Menschen und Räume

Wer lebt in einem solchen Mehrgenerationenprojekt?

Das ist eine Frage der jeweiligen Voraussetzungen und der Balance, und sie stellt sich nicht nur bei Familien und älteren Menschen, sondern auch bei Menschen mit Einschränkungen köperlicher oder geistiger Art.
Im Kraftwerk 1 etwa ist eine Stiftung präsent, die eine Wohngruppe betreibt. Das ist eine gute Lösung für alle, aber das Kraftwerk ist mit rund 250 Menschen auch recht gross – es sind auch andere Formen denkbar.

Der öffentliche oder soziale Nutzen ist wichtig, aber die Art der entsprechenden Verpflichtung kann ganz unterschiedlich sein. Vorschriften und Zwänge verhalten sich ungefähr proportional zu den Schwierigkeiten, oder anders gesagt: je praktischer, desto einfacher.
Gewisse Verpflichtungen und Zwänge sind allerdings notwendig, besonders wenn es darum geht, Institutionen einzubinden.

Entscheidend sind einerseits engagierte Kerngruppen: Sie entwickeln Pioniergeist und können Projekte zum Fliegen bringen. Besonders gut sind bereits in einem frühen Stadium juristische Kompetenz und finanzielle Kraft, das Bödeli-Wohnprojekt erscheint hier gut aufgestellt. Der Pioniergeist ist aber auch heikel, denn er ist nicht nachhaltig.

Wie sieht es mit den Räumlichkeiten aus?

Das Motto lautet: träumen und rechnen. Es bewährt sich, ökonomisch und praktisch zu denken, denn starre Modelle hemmen – eine Alters-WG z.B. kann sehr schnell sehr schwierig werden.

Praktische Ansätze bewähren sich auch deshalb, weil nicht zu viele teure und schlecht genutzte Gemeinschaftsräume entstehen – die Regel ist, dass ganze 1,5 Prozent der Flächen wirklich gemeinschaftlich genutzt werden.
Bewährt haben sich demgegenüber gewerbliche Optionen, etwa Handwerker im Parterre. Allerdings dürfte die mangelnde Grösse auf dem Bödeli dem Schranken setzen.

Belegungsvorschriften, also bestimmte Vorgaben für Räume, wirken hemmend, sind aber unter Umständen möglich und manchmal notwendig. Operiert wird teils mit Vermietungsorganen, teils mit Vorgaben: dass mehr Räume belegt werden können als vorgesehen – aber letztlich ist das eine Frage der Finanzen.

Wie können Profis und Freiwilligen zusammen arbeiten?

Es gibt zwar gerade bei den Älteren enorme Ressourcen, aber tragfähige Achsen zwischen Freiwilligen und Profis sind systemisch noch nicht wirklich gefunden. Die Integration von Personenkreisen, die Hilfe brauchen, erfolgt mithin entweder professionell wie bei der Wohngruppe im Kraftwerk 1 oder im Rahmen von konkreten Abmachungen etwa mittels Leistungsvereinbarungen.

Die Alternativen dazu sind informell, indem die Verantwortlichen einer Cluster-Wohnung sich beispielsweise für Integration entscheiden.

Wie sich erwiesen hat, engagieren sich nur rund 20 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner konkret, und etwa 60 Prozent stehen hinter den Werten, für die ein Projekt steht.

Cluster-Wohnungen

In Mehrgenerationen-Projekten haben sich Cluster-Wohnungen besonders bewährt. Dabei handelt es sich um mehrere, verschieden grosse und jeweils komplett ausgerüstete Wohnungen, die in gemeinschaftlich genutzten Raum führen.

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