Kontakte und Links

Nachdem seit 2017 meist informelle Gespräche und Treffen unter anderem mit der Gemeinde Unterseen und mit der Kirchgemeinde Unterseen stattgefunden haben, denen der Boden auf dem Graben gehört, gründete sich 2019 der Verein „Generationenhaus3800“, der ein entsprechendes Projekt zur Realisierung führen will.

Der Vorstand zurzeit
Präsidium: Ruth Steger
Vizepräsidium: Corinne de Montmollin
Sekretariat: Peter Grunder
Kasse: Renate Grunder
Beisitz: Marlies Bühler
Beisitz: Barbara Guggisberg

Postadresse
Verein Generationen 3800
Hohmüedig 17
3800 Unterseen
T 033 822 01 64
F 033 822 12 64

mail(at)generationen3800.ch

Links

Auf dem Hasliberg ist schon länger eine Mehrgenerationen-Liegenschaft in Planung; der Berner Oberländer hat berichtet.

Zum Generationenprojekt auf dem Hasliberg hat es bereits eine Ausstellung mit Projektarbeiten gegeben; die JungfrauZeitung hat berichtet.

Das Thuner Portal „Generationentandem“ ist sozusagen ein zugewandter Ort.

Mehrgenerationenprojekt Heizenholz: etwa in den Dimensionen dessen, was auf dem Bödeli angestrebt wird.

Fünf Projekte im Überblick: Metron-Siedlungen im Aargau, Wohlgroth in Zürich, Giesserei in Winterthur, Zwicky-Süd in Dübendorf und Erlenmatt Ost in Basel.

Wohnbaugenossenschaften haben eine grosse Tradition und Geschichte – auch in der Schweiz.

Terra Wohnen: Ein Unternehmen, das Liegenschaften als Wohn- und Lebenräume versteht und nicht als Geschäftsmodell.

Pro Familia hat sich mit Mehrgenerationenprojekten auseinandergesetzt.

Merci

Ein grosses Merci gilt bereits jetzt Andreas Hofer, der enorme Erfahrung in diesen Angelegenheiten hat und ein offenes Ohr fürs Berner Oberland. Ebenfalls ein Dankeschön geht an die Kirchgemeinde Unterseen um Präsidentin Bianca Hofer, das Altersheim Bethania um Andrea Burger Grunder und die Spitexorganisation um Urs Kernen. Sie alle tragen konstruktiv zum Projekt bei, und konstruktiv-kritisch setzt sich auch der Gemeinderat mit der Idee auseinander.

Mögliche Standorte

Unser Ziel: eine Generationenliegenschaft

In der barrierefreien Generationenliegenschaft leben in privaten und gemeinschaftlichen Räumen Familien mit Kindern, es stehen Wohneinheiten für Alleinerziehende, für Paare oder Alleinstehende jeden Alters zur Verfügung, gegebenenfalls gibt es Wohnen mit Dienstleistungen und andere Betreuungsangebote.

Um die Bedürfnisse und Angebote in der Generationenliegenschaft zu beurteilen und um allfälligen institutionellen Erfordernissen zu genügen, arbeitet das Generationenhaus eng mit entsprechenden Fachleuten zusammen.

Ein beispielhaftes, mögliches Areal liegt auf dem auf dem Graben in Unterseen: Eigentum von Kirchgemeinde und Einwohnergemeinde samt raumplanerischer Auflage samt mögliche Verbindung zu einem bestehenden kleinen Altersheim.

In der Generationenliegenschaft herrscht natürliche Fluktuation: Mit den Kindern ziehen die Eltern aus den Familienwohnungen aus – und wechseln vielleicht in die Alterswohnungen. Um diesen Fluss zu ermöglichen, ist eine gewisse Grösse erforderlich.

Die Generationenliegenschaft gehört einer Baugenossenschaft oder einer ähnlichen juristischen Person, die den Zweck der Liegenschaft verfolgt, von den Bewohnerinnen und Bewohnern verwaltet wird und den Abgleich mit den Interessen der Behörden und interessierter Institutionen sucht.

Die Generationenliegenschaft soll nicht gewinnorientiert sein, und das Projekt nicht nur sozial nachhaltig sein, sondern auch in anderen Lebensbereichen hohen Standards genügen.

Dies beinhaltet das Bemühen, sozialpolitische Wege zu suchen, die über die aktuelle Ghettoisierung und Monetarisierung besonders bei älteren Menschen hinausweisen: Es braucht insbesondere aus sozial- und finanzpolitischen Gründen Alternativen zu den Modellen des 20. Jahrhunderts, und Mehrgenerationenprojekte sind Alternativen, die vielerorts bereits stehen und sich bewähren.

Warum nicht auch auf dem Bödeli?!

Zum Beispiel: Auf dem Graben Unterseen

Überschlagsmässig sind bei 3300m2 Landfläche in der Wohnzone zweigeschossig etwa 22 Wohnungen zu netto je 85 Quadratmeter möglich und bauliche Investitionen in der Grössenordnung von 7 bis 8 Mio Franken zu erwarten.

Grösse und Kosten

Wie soll das organisiert sein?

Die Genossenschaft bewährt sich. Sie ermöglicht die Teilhabe der Menschen, die dort wohnen wollen, sie kann aber auch gut Institutionen einbinden oder Sympathisierende. Und sie ist hinsichtlich Organisation und Finanzierung geeignet, aber etwa auch bezüglich Leistungsvereinbarungen.

Manche Modelle haben unterhalb der Genossenschaften oder darüber noch Vereine: für bestimmte übergeordnete oder untergeordnete Aufgaben wie Vermietungsreglemente.

Wichtig ist, einerseits am Anfang möglichst einfache Regeln festzusetzen, und andererseits rasch zu handeln und sich nicht in Optionen und Diskussionen zu verlieren. Das ist auch aus der Sicht von Institutionen wichtig, die Planungssicherheit brauchen.

Was ist eine geeignete Grösse?

Viele Projekte kämpfen mit der unteren Grenze: Das Heizenholz in Zürich-Höngg hat 26 Wohnungen und beherbergt gut 90 Leute ( (https://www.kraftwerk1.ch/heizenholz/siedlung.html) – ein Minimum, damit etwas über längere Zeit weitgehend von selbst funktioniert.

Versuche mit flexiblen Wohnungsmodulen haben sich unter anderem aus baurechtlichen Gründen nicht bewährt, ein modularer Versuch läuft im Projekt „Zusammen-h-alt“ in Winterthur (http://zusammenhalt.ch).

Die bewährte Regel ist, dass unterschiedliche Wohnungen gebaut werden und die Leute zügeln: von der Familienwohnung in die Alterswohnung zum Beispiel.

Populär und bewährt sind Cluster-Wohnungen und WGs: Cluster-Wohnungen sind komplette Einzelwohnungen verschiedener Grösse, die alle zu einem gemeinsamen Wohnbereich führen, in dessen Zentrum in der Regel eine Wohnküche steht – es gibt Cluster mit 40 Menschen. WGs sind stärker integriert, indem der Privatbereich z.B. nur Zimmer oder nur Zimmer mit Nasszellen enthält.

Was sind realistische Landpreise?

Baurechte sind ein geeigneter Rahmen, denn sie reduzieren die Anfangsmieten, optimal ist es, wenn Zinsen bei mittleren Bezug zu laufen beginnen. Interessant ist etwa das Basler Baurechts-Modell (http://www.ub.unibas.ch/digi/a125/sachdok/2011/BAU_1_5553853.pdf).

Bei den Mieten ist ein Standardpreis 650 Franken pro verdienende Person, beim Raum wird mit rund 35m2 pro Kopf gerechnet.

Bewährt sind Modelle, bei denen die Bewohnenden 10 Prozent Eigenkapital bereitstellen und weitere 10 Prozent Eigenkapital vom Kollektiv kommen, etwa der Baugenossenschaft.

Weniger bewährt sind institutionelle Anleger, weil sie in der Regel Renditen wollen, was einen Zielkonflikt darstellt. Gelöst ist dieser nur bei institutionellen Anlegern, die nicht nur über die Rendite nachdenken, sondern auch über ihre grundsätzliche Funktion, aber das sind Ausnahmen (z.B. PK Abendrot: https://www.abendrot.ch/).

Budgets sind dienlich, da es letztlich ohnehin meist zu teuer wird: Die ersten 10 Jahre sind finanziell die schwierigsten, das Kraftwerk1 läuft seit 2001 (www.kraftwerk1.ch).

Menschen und Räume

Wer lebt in einem solchen Mehrgenerationenprojekt?

Das ist eine Frage der jeweiligen Voraussetzungen und der Balance, und sie stellt sich nicht nur bei Familien und älteren Menschen, sondern auch bei Menschen mit Einschränkungen köperlicher oder geistiger Art.
Im Kraftwerk 1 etwa ist eine Stiftung präsent, die eine Wohngruppe betreibt. Das ist eine gute Lösung für alle, aber das Kraftwerk ist mit rund 250 Menschen auch recht gross – es sind auch andere Formen denkbar.

Der öffentliche oder soziale Nutzen ist wichtig, aber die Art der entsprechenden Verpflichtung kann ganz unterschiedlich sein. Vorschriften und Zwänge verhalten sich ungefähr proportional zu den Schwierigkeiten, oder anders gesagt: je praktischer, desto einfacher.
Gewisse Verpflichtungen und Zwänge sind allerdings notwendig, besonders wenn es darum geht, Institutionen einzubinden.

Entscheidend sind einerseits engagierte Kerngruppen: Sie entwickeln Pioniergeist und können Projekte zum Fliegen bringen. Besonders gut sind bereits in einem frühen Stadium juristische Kompetenz und finanzielle Kraft, das Bödeli-Wohnprojekt erscheint hier gut aufgestellt. Der Pioniergeist ist aber auch heikel, denn er ist nicht nachhaltig.

Wie sieht es mit den Räumlichkeiten aus?

Das Motto lautet: träumen und rechnen. Es bewährt sich, ökonomisch und praktisch zu denken, denn starre Modelle hemmen – eine Alters-WG z.B. kann sehr schnell sehr schwierig werden.

Praktische Ansätze bewähren sich auch deshalb, weil nicht zu viele teure und schlecht genutzte Gemeinschaftsräume entstehen – die Regel ist, dass ganze 1,5 Prozent der Flächen wirklich gemeinschaftlich genutzt werden.
Bewährt haben sich demgegenüber gewerbliche Optionen, etwa Handwerker im Parterre. Allerdings dürfte die mangelnde Grösse auf dem Bödeli dem Schranken setzen.

Belegungsvorschriften, also bestimmte Vorgaben für Räume, wirken hemmend, sind aber unter Umständen möglich und manchmal notwendig. Operiert wird teils mit Vermietungsorganen, teils mit Vorgaben: dass mehr Räume belegt werden können als vorgesehen – aber letztlich ist das eine Frage der Finanzen.

Wie können Profis und Freiwilligen zusammen arbeiten?

Es gibt zwar gerade bei den Älteren enorme Ressourcen, aber tragfähige Achsen zwischen Freiwilligen und Profis sind systemisch noch nicht wirklich gefunden. Die Integration von Personenkreisen, die Hilfe brauchen, erfolgt mithin entweder professionell wie bei der Wohngruppe im Kraftwerk 1 oder im Rahmen von konkreten Abmachungen etwa mittels Leistungsvereinbarungen.

Die Alternativen dazu sind informell, indem die Verantwortlichen einer Cluster-Wohnung sich beispielsweise für Integration entscheiden.

Wie sich erwiesen hat, engagieren sich nur rund 20 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner konkret, und etwa 60 Prozent stehen hinter den Werten, für die ein Projekt steht.

Cluster-Wohnungen

In Mehrgenerationen-Projekten haben sich Cluster-Wohnungen besonders bewährt. Dabei handelt es sich um mehrere, verschieden grosse und jeweils komplett ausgerüstete Wohnungen, die in gemeinschaftlich genutzten Raum führen.